Wanderwochenende "Rigi" 13 / 2009

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1. Tag / Freitag, 21. August 2009
38 Minuten nach Norden ...
 
So lautete das diesjährige Motto und gleichzeitig auch die Fragestellung nach dem geographischen Ziel unseres Wanderwochenendes. Bereits beim Einfinden am Bahnhof SBB in Basel beherrschte dieses Rätsel unsere Gespräche. Gaben die 38 Minuten die Fahrstrecke in nördlicher Ausrichtung an oder waren sie als geographische Angabe gemeint? Das Bild auf der Einladung half auch nicht wirklich weiter, auch wenn ein paar wenige Teilnehmer die Brücke in der Ostschweiz vermuteten. Die mit im Bild anwesenden Palmen deuteten nicht auf eine nördliche Richtung, sondern liessen die Gedanken und die Vorfreude in die südliche Schweiz abschweifen.
 
Beim Aufteilen und Einsteigen in die zwei angemieteten Kleinbusse wurde das persönliche Reisegepäck mit einem Buchstaben und dem Namen des Eigentümers beschriftet. Ein weiteres Rätsel, welches uns beschäftigte und davon abhielt, die erste Fragestellung nach dem Ziel der Reise zu entschlüsseln.
 
Nach der Abgabe des Lunch-Säckli für die Wanderung am Samstag ging es dann richtig los. Wir fuhren auf der Autobahn A2 / A3 in nördlicher Richtung bis zur Ausfahrt Eiken und danach über die Grenze zu Deutschland weiter nach Waldshut. War der Hinweis zur Mitnahme von etwas Euro-Geld doch die Lösung zur Klärung des Reiseziels? Unsere vermeintliche Klarheit wich wieder, als wir die Grenze erneut passierten und uns wieder in der Schweiz befanden. Die Gespräche im Kleinbus waren zu diesem Zeitpunkt vollständig mit der Klärung der Notwendigkeit oder auch des Unsinnes des Bankgeheimnisses in der Schweiz gefangen und so dachte niemand mehr ans Ziel der Reise. Als dann die ersten Rebberge in Sicht kamen und die dezenten Hinweise auf die doch sehr trockene und durstige Luft im Bus immer direkter ausgesprochen wurden, war allen klar, dass der bekannte Ort Hallau unser erstes Etappenziel war. Doch weit gefehlt, auch diese Ausfahrt wurde links liegen gelassen und die Fahrt ging weiter. Glücklicherweise wurden aber unsere Wünsche und das Knurren der Bäuche zur vorgerückten Mittagsstunde mit der Abfahrt zum schönen Ort Osterfingen erhöht, wo wir vor dem historischen Gebäude der Hirschenkellerei anhielten und durch das Ehepaar Richli herzlich begrüsst und zu einer Führung durch die Kellerei mit anschliessender Degustation und Imbiss eingeladen wurden.
 
Zuvor erlösten uns die beiden Organisatoren Ivo und Serano aber noch mit dem Hinweis, dass unsere erste Übernachtung in Schaffhausen und dieses halt 38 Minuten nördlich des Rigi auf der Landkarte zu finden sei (so einfach war des Rätsels Lösung und dennoch wurde es nicht geknackt). Das sonnige Schaffhauser Gebiet Klettgau und die vielen ausgezeichneten Weine des Weingutes Richli Hirschen wurden uns danach ausführlich, mit viel Herzblut und regionalem Stolz näher gebracht, so dass wir den anschliessenden Imbiss mit der schönen Weinauswahl mit grossem Durst und Appetit zu uns nahmen.
 
Die Weiterfahrt erfolgte über den Hausberg von Schaffhausen, den Randen, von wo wir zur Fuss - nach einer kleinen Stärkung (offeriert von KF Eric Luternauer, herzlichen Dank!) im Siblinger Randenhaus - nach Hemmental wanderten. Dieser rund 45-minütige Spaziergang lockerte die müden Glieder etwas und vertrieb die Weingeister aus dem Kopf, so dass wir gut gelaunt in Schaffhausen die beiden reservierten Hotel beim Bahnhof beziehen konnten.
 
Nach einer kurzen Dusche trafen wir in der Bahnhofhalle den Kiwanis-Freund Christian Amsler, welcher uns als President des örtlichen Kiwanis-Club herzlich begrüsste und auf eine ’’Stadtwanderung’’ durch die Altstadt von Schaffhausen mitnahm. Als Kantonsparlamentarier und aussichtsreicher Kandidat für die Kantonsregierung zeigte uns KF Christian die Stadt aus einer etwas anderen Optik und vermittelte uns viele Informationen, welche in keinem Reiseführer stehen. Als Höhepunkt durften wir - notabene als erste geführte Gruppe - den wunderbar restaurierten Raum des Kantonsrates besichtigen. Im Restaurant Sommerlust, direkt am Rheinufer, liessen wir diesen schönen und interessanten Tag bei einem wohlschmeckenden Dreigänger mit ausgezeichnetem Wein aus der Region ausklingen.
 
Fazit: müde bin ich geh zur Ruh.......   
           
 
 
2. Tag / Samstag, 22. August 2009
 
Nach dem Morgenessen und teilweise einer etwas unruhigen Nacht wegen der Nähe zum Bahnhof hiess es, die Wanderschuhe binden. Serano verteilte die Wanderkarten, aus welchen unser heutiges Tagesziel Stein am Rhein ersichtlich war. Die rund fünf - stündige Wanderung führte am idyllischen Rheinufer über Diessenhofen bis ans Etappenziel. Wer wollte durfte einen Teil mit dem Rheinschiff oder zur Entlastung mit dem Kleinbus bewältigen, so dass für alle Alters- und Leistungsklassen eine Möglichkeit zur Bewältigung der Strecke vorhanden war.
 
Beim gemeinsamen Wandern dem Rhein entlang wurden viele interessante und teils sehr persönliche Gespräche geführt und die Wandergruppe zog sich dabei über mehrere Kilometer auseinander. Gegen Mittag stieg uns dezent ein feiner Fischgeruch in die Nasen, welcher aus den Ständen des traditionell jährlich einmal stattfindenden Fischessens am Rhein kam. Der Verzehr des Lunch-Säckli half nur bedingt gegen diese Versuchung und so wurden halt einige Kiwanis-Freunde ’’schwach’’ und gaben sich dem Fischessen hin. Unser President hingegen schritt unbeirrbar in Richtung Stein am Rhein. Dass er dabei unentwegt vom Kochen und vom Essen sprach und seinen Hunger nach einer feinen italienischen Pizza kaum mehr zurückhalten konnte, führte dazu, dass das Marschtempo weiter verschärft wurde und erst beim kleinen Mittags-Lunch in Stein wieder Ruhe in die Gruppe kam.
 
Nach dieser positiven Anstrengung gönnten wir uns etwas Ruhe im Zimmer. Zuvor konnten wir auch das zweite Rätsel mit der Beschriftung der Reiseeffekten lösen, da unsere grossartigen Organisatoren Ivo und Serano diese anhand der Etiketten auf die drei Hotel verteilt und bereits in die Zimmer getragen hatten. Die müden Wanderer dankten von Herzen für diesen Fünfsternservice. 
 
Am späten Nachmittag begaben wir uns dann zur nahe gelegenen Insel Werd, welche inmitten des Rheins gelegen über einen Holzsteg erreicht werden kann. Bruder Christoph-Maria von der sechsköpfigen Franziskaner-Gemeinschaft, welche auf der Insel lebt, begrüsste uns auf ’’seinem’’ Eiland als Guardian (Titel für den Vorsteher eines Franziskanerkonvents) und führte uns in die Besiedlungsgeschichte - von den Römern zu den Alemannen - der Insel ein. Nach der Erklärung, weshalb der Kopf des verstorbenen heiligen Othmar in Prag und seine weiteren sterblichen Überreste in St. Gallen ruhen sollen, war es schon Zeit für die Vesper (das liturgische Abendgebet), welches Bruder Christoph-Maria zusammen mit den anwesenden Mitbrüdern sowie einigen Kiwanis-Freunden und Besuchern in der kleinen Kapelle zelebrierte.
 
Als Höhepunkt dieses wunderbaren Tages durften wir mit einem Apéro (vielen Dank dafür!) und einer würdigen Laudatio auf den 75-sten Geburtstag von KF Ruedi Ritz anstossen. Ruedi gab uns die Ehre, diesen besonderen Tag in unserer Gemeinschaft zu feiern, was seiner Freundschaft und grossen Verbundenheit zum Kiwanis Club Basel, resp. seinen Mitgliedern Ausdruck verlieh. Zum Dank für seine Verdienste um unser Rigi-Wochenende wurde Ruedi zum „Ehren-Rigianer“ ernannt und mit einer entsprechenden Urkunde beschenkt, wozu wir ihm alle herzlich gratulieren.
 
Nach dem ausgezeichneten Nachtessen im Restaurant Adler, welches wir im Freien geniessen durften, erwartete uns eine weitere Überraschung im Obergeschoss desselben, wohin wir uns samt vollen Weingläsern begeben hatten. KF Hanspeter Corvini ehrte seinen langjährigen Freund Ruedi Ritz mit einem ganz persönlichen musikalischen Geburtstagsgeschenk und berührte gleichzeitig die Herzen aller Kiwaner mit seiner musikalischen Darbietung der Extraklasse.     
 
Fazit: oh wie tun mir die Füsse weh......und was bedeutet eigentlich das nmsNRV Ivo und Serano auf der Einladung?......Anmerkung; nmsNRV = “nicht mehr sooo Neue Rigi Verantwortliche“
 
 
3. Tag / Sonntag, 23. August 2009
 
Für einen Sonntag war frühe Tagwache angesagt. Die Abfahrt zum ehemaligen Kloster St. Katharinental in Diessenhofen war auf Viertel nach Acht angesagt. Dort angekommen führte uns Frau Schmid mit einem ausgeprägten Thurgauer-Dialekt, viel Weisheit und Wissen in die Geschichte dieses wunderschönen Ortes im Barock-Baustil ein. Die ausführliche Führung durch die Kirche mit der imposanten Kirchenorgel wurde gekrönt durch eine besinnliche Andacht, welche unser Kiwanis-Freund und Pfarrer Martin Dürr zusammen mit dem ’’Aushilfs-Organisten’’ KF Hanspeter Corvini gestaltete. Die wohltuenden Worte und Orgelklänge stärkten unser Gemeinschaftsgefühl und taten der Seele gut. Die gemeinsam gesungenen Lieder liessen zwar bezüglich der Gesangsqualität noch ein paar Wünsche offen, waren deshalb aber nicht minder schön.
 
Nach dieser inneren Umschau, schauten wir wieder in nördlicher Richtung und setzten unsere Reise mit den Kleinbussen über die Grenze nach Deutschland fort. In Blumberg besuchten wir den Steppacher Hof und waren doch etwas überrascht, dass dort weniger Kühe und Schweine lebten, als riesengrosse Strausse, welche uns gefürchtig anschauten. Nach einer Führung und vielen interessanten Erklärungen zur Straussenzucht, durften wir die wunderbar zarten Straussen-Steaks, welche uns der Farmbesitzer gleich selber auf dem Grill zubereitete, kosten. Auch an Beilagen und Getränken fehlte es nicht und so wurde das Mittagessen in ländlicher Idylle auf dem Bauernhof zu einem tollen Erlebnis.
 
Damit die Schweine aber nicht zu kurz kamen, stand als nächster Programmpunkt eine Fahrt mit der nostalgischen Sauschwänzle-Bahn im Wutachtal auf dem Programm. Diese Museums-Dampfbahn liess die Augen manch grosser ’’Kinder’’ leuchten wie an Weihnachten und führte uns durch eine schöne Landschaft.
 
Müde aber zufrieden und glücklich nahmen wir die Heimreise unter die Räder, so dass ein interessanter, abwechslungsreicher und genüsslicher Rigi 2009 um kurz vor fünf in Basel sein Ende fand. Unser Dank gilt den beiden Organisatoren Ivo und Serano, welche nicht nur ein perfekt organisiertes Wanderwochenende in einer schönen Gegend, sondern auch noch viele Momente der Freundschaft, Besinnlichkeit und Geselligkeit ermöglicht haben.
 
Ein weiteres grosses Dankeschön gilt unseren beiden Fahrern, Urs und Thomas, welche uns sicher und gekonnt durch die Landschaft chauffiert haben. Durch ihren speziellen Einsatz mussten sie auf manche schöne Gelegenheit und manches Glas Wein verzichten.
 
Fazit: Ich bin nächstes Jahr sicher wieder mit dabei!
 
  
Basel, im August 2009 / KF Peter Kötter